{"id":6709,"date":"2023-02-10T08:57:13","date_gmt":"2023-02-10T08:57:13","guid":{"rendered":"https:\/\/phal.angst.band\/?p=6709"},"modified":"2023-11-15T08:58:03","modified_gmt":"2023-11-15T08:58:03","slug":"vinyl-keks-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/phal.angst.band\/index.php\/2023\/02\/10\/vinyl-keks-eu\/","title":{"rendered":"Vinyl-keks.eu"},"content":{"rendered":"<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"Zl2kLWOksE\"><p><a href=\"https:\/\/vinyl-keks.eu\/phalangst-whiteout\/\">PHAL:ANGST &#8211; Whiteout<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;PHAL:ANGST &#8211; Whiteout&#8220; &#8212; vinyl-keks.eu\" src=\"https:\/\/vinyl-keks.eu\/phalangst-whiteout\/embed\/#?secret=1lDVwY0fIA#?secret=Zl2kLWOksE\" data-secret=\"Zl2kLWOksE\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>Ich versuche bei Bandnamen und Alben-Titeln h\u00e4ufig die Motivation dahinter zu erkennen. Bei\u00a0PHAL:ANGST\u00a0wird es schwierig. Dieses Wortspiel, und daf\u00fcr halte ich es, zu entschl\u00fcsseln. Soll es auf eine Phalanx hinweisen oder steht es f\u00fcr Fall-Angst? Am Ende muss ich gestehen kann ich es nicht aufkl\u00e4ren und bef\u00fcrchte, es gibt vielleicht sogar noch eine weitere Erl\u00e4uterung.<br \/>\nAuch der Titel \u201cWhiteout\u201d k\u00f6nnte metaphorisch gemeint sein, denn bei einem\u00a0Whiteout\u00a0handelt es sich um eine meteorlogische, physikalische Naturerscheinung. Es ist die Helligkeit, welche bei schneebedecktem Boden f\u00fcr eine geringe Leuchtdichte bei gleichzeitig starker Kontrastverringerung (siehe Cover der MC, Foto von\u00a0Kurt Prinz) daf\u00fcr sorgt, dass der Beobachter nicht mehr zwischen Himmel und Boden unterscheiden kann.<br \/>\nAuch Konturen oder Schatten sind nicht mehr erkennbar, und der Beobachter hat das Gef\u00fchl, sich in einem v\u00f6llig leeren, unendlich ausgedehnten grauen Raum zu befinden. Bei entsprechend veranlagten Personen kann das zu einer starken psychischen Belastung f\u00fchren, die sich oft durch Beklemmung und Angstgef\u00fchle \u00e4u\u00dfern. Physisch macht sich der\u00a0Whiteout\u00a0durch Desorientierung und Beeintr\u00e4chtigung des Gleichgewichtssinns bemerkbar. Leider gibt es schon tragische Unf\u00e4lle in Luft- und Seefahrt, die aus einer\u00a0Whiteout-Situation entstanden sind. Also auch hier darf spekuliert werden.<br \/>\n\u201call what we see or seem is but a dream within a dream\u201d\u2028Edgar Allan Poe<br \/>\n\u201cWhiteout\u201d von\u00a0PHAL:ANGST\u00a0erschien am 13. J\u00e4nner, welcher ein Freitag war und deutlich macht, dass es sich hier um eine Band aus dem Nachbarland \u00d6sterreich handelt. Aber keine Angst, statt der s\u00fc\u00dfen Sachertorte oder Palatschinken, gibt es ein fantastisches Album einer sehr individuellen und eigenwilligen Band, die mit S\u00fc\u00dfe nichts am Hut hat.<br \/>\nDas Quartett aus den Musikern\u00a0ph\u00a0\u2013 vox\/harp\/xylophone,\u00a0al\u00a0\u2013 guitar\/vox,\u00a0:\u00a0\u2013 bass und\u00a0angst\u00a0\u2013 electronics stammt aus dem Umfeld von DIY-Punk und Hardcore.\u00a0PHAL:ANGST\u00a0haben sich aber \u00fcber 16 Jahre immer weiter entwickelt und jetzt einen schwarz-funkelnden Platz zwischen\u00a0Nine Inch Nails\u00a0und\u00a0Sunn O))).<br \/>\nMusikalisch bleiben\u00a0PHAL:ANGST\u00a0ihren eigenen, individuellen Signatur treu. Es gibt keine Songs oder Kompositionen im allgemein g\u00fcltigen Sinn, sondern z\u00e4h-viskos flie\u00dfende aurale Gem\u00e4lde, breit angelegte, epische Sounds in 16:9 Cinematic, die sich durch alternierende Stimmungswechsel bewegen. In dieser melancholischen, klebrigen Sound-H\u00f6lle, findet man aber unerwartete Kleinode zarter Harmonie, Melodie und Romantik. Unwillk\u00fcrlich denke ich an die herrlich atmosph\u00e4rischen Bilder des Maler\u00a0Caspar David Friedrich, der es wie kein\u00a0Zweiter geschafft hat, diese Atmosph\u00e4re auf die Leinwand zu bannen.<br \/>\nPHAL:ANGST\u00a0erinnern mich an die romantischen Gruselgeschichten von\u00a0Edgar Allan Poe\u00a0und\u00a0H.P. Lovecraft. Vor meinem inneren Auge geistern Bilder und Stories der beiden Autoren und ich konstatiere, dass \u201cWhiteout\u201d ein sehr passender Soundtrack zu den Erz\u00e4hlungen w\u00e4re. Wie aus einem dunklen, zeit-entr\u00fcckten \u00c4ther kommt die Stimme von\u00a0ph. Zeitweise l\u00e4sst\u00a0ph\u00a0den Gesang in den gutturalen Kehlgesang wechseln, was zus\u00e4tzlich f\u00fcr starke, atmosph\u00e4rische Elemente sorgt. Der Spannungsbogen von \u201cWhiteout\u201d ist sehr gro\u00df. Man findet St\u00fccke, die zwischen fragilen, zarten Kompositionen wie \u201cWhat rests mute in bright Corners\u201d und sehr schroffen, metallischen St\u00fccken wie \u201cUnhinged\u201d schwanken.<br \/>\n\u201cWe live on a peaceful island of cluelessness amid black seas of infinity, and we were not meant to sail these waters far.\u201d\u2028H.P. Lovecraft<br \/>\nDie MC kommt mit wundersch\u00f6nen Artwork \u2013 wie gesagt der Fotograf ist\u00a0Kurt Prinz\u00a0\u2013 aus Fotos, die zum Teil aus dem 2016 ver\u00f6ffentlichten Band: \u201cSezierte Architektur\u201d stammen. Das Tape enth\u00e4lt sechs regul\u00e4re Songs und zwei Remixe. Ein Remix vom Waliser\u00a0Brian Williams\u00a0alias\u00a0Lustmord\u00a0sowie der Ex-Swans\u00a0S\u00e4ngerin\u00a0Jarboe.\u00a0PHAL:ANGST\u00a0berufen sich auf beide K\u00fcnstler als fundamentale Einfl\u00fcsse.\u00a0<br \/>\nVor allem die\u00a0Lustmord-Version von \u201cUnhinged\u201d ist gro\u00dfartig. Der Song wird zerlegt, in der Grundstruktur erhalten, bekommt aber ein v\u00f6llig neues, klaustrophobisches Gewand aus Drones und Dub-Beats verpasst. Allein das St\u00fcck ist den Erwerb von \u201cWhiteout\u201d wert. Aber auch die eigenen Songs der Wiener, loten auf dem mittlerweile f\u00fcnften Album, die Grenzen zwischen Industrial und Post Rock aus. In dieser Gemengelage dominieren die kalten, dystopischen Elektrobeats von\u00a0angst\u00a0und die rhythmischen Bass-Linien von\u00a0:.<br \/>\nSo erschafft das Wiener Quartett eine eigene Nische mit ihren melancholischen, fast romantischen Harmonien, in die sie noch Akzente wie Harfe, Piano und Xylophon(!) geschickt verweben. Das l\u00e4sst eine Sinfonie von Graut\u00f6nen entstehen, die gleich dem\u00a0Whiteout\u00a0die Dinge nur schemenhaft erkennen lassen und unterschwellig ein beklemmendes Gef\u00fchl beim H\u00f6rer erzeugen.<br \/>\nMit insgesamt acht Songs unterhalten mich\u00a0PHAL:ANGST\u00a0auf das Feinste mit ihrer sehr anspruchsvollen Vision von elektronischem Industrial und handgemachtem Post-Rock. Ich kann \u201cWhiteout\u201d nicht dem breiten Publikum empfehlen, denn weite Teile dieses Albums w\u00fcrde die Bev\u00f6lkerung verunsichern. Die auralen Gratwanderer und Pioniere, die sich in akustisches Neuland trauen, sollten unbedingt zuschlagen und \u201cWhiteout\u201d zu ihrem Eigentum machen. Der k\u00fcrzeste Weg f\u00fchrt\u00a0hier\u00a0lang.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>PHAL:ANGST &#8211; Whiteout Ich versuche bei Bandnamen und Alben-Titeln h\u00e4ufig die Motivation dahinter zu erkennen. Bei\u00a0PHAL:ANGST\u00a0wird es schwierig. 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