{"id":6739,"date":"2023-05-05T09:15:21","date_gmt":"2023-05-05T09:15:21","guid":{"rendered":"https:\/\/phal.angst.band\/?p=6739"},"modified":"2023-11-15T09:16:34","modified_gmt":"2023-11-15T09:16:34","slug":"earshot-at-interview-mit-alfred","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/phal.angst.band\/index.php\/2023\/05\/05\/earshot-at-interview-mit-alfred\/","title":{"rendered":"Earshot.at: Interview mit Al(fred)"},"content":{"rendered":"<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"Pd0fYXVQHn\"><p><a href=\"https:\/\/earshot.at\/2023\/05\/05\/phalangst-interview-mit-alfred\/\">PHAL:ANGST &#8211; Alfred Wihalm<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;PHAL:ANGST &#8211; Alfred Wihalm&#8220; &#8212; earshot.at\" src=\"https:\/\/earshot.at\/2023\/05\/05\/phalangst-interview-mit-alfred\/embed\/#?secret=Pd0fYXVQHn\" data-secret=\"Pd0fYXVQHn\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Mit ihrem aktuellen Album \u201eWhiteout\u201c sorgen die Wiener*innen von PHAL:ANGST ordentlich und zurecht f\u00fcr Furore. Anlass genug die Band zum Interview zu bitten und Alfred Wihalm stand uns stellvertretend f\u00fcr die \u00fcbrige Truppe Rede und Antwort.<\/strong><\/p>\n<p>Zum Einstieg, erstmals Gl\u00fcckwunsch zum Release von \u201eWhiteout\u201c.\u00a0PHAL:ANGST\u00a0kann ja mit eurem \u00fcber 15-j\u00e4hrigen Bestehen als \u00f6sterreichische musikalische Institution bezeichnet werden, k\u00f6nnt ihr unseren Leser*innen trotzdem kurz euren musikalischen Background und eure Entstehungsgeschichte umrei\u00dfen?<br \/>\nKlar, uns gibt\u2019s zwar lang, aber wir sind ja nicht ber\u00fchmt: Philipp &#038; Alfred hatten das Industrial-Punk-Duo PHAL, dh. Playbacks, viele Samples, Metal\/Punk Gitarren &#038; jaulende Vocals. Dion war als PROJEKT ANGST solo aktiv und machte Ambient\/Industrial\/Noise Zeug. Befreundet waren wir schon l\u00e4nger, 2006 haben wir aus Anlass eines Geburtstagsfestes der Netzkulturinitiative \u201emed-user.net\u201c im Wiener \u201eRhiz\u201c beschlossen ein gemeinsames halbimprovisiertes Set zu spielen. Das hat Spa\u00df gemacht und wir haben weitergemacht, bald mal einen Bassisten hinzugenommen, Gigs gespielt, Songs richtig auskomponiert, aufgenommen und ver\u00f6ffentlicht. Jetzt haben wir 17 Jahre sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Zwar gilt die Pandemie inzwischen ja offiziell als beendet, aber war\/ist immer noch eine einschneidende Zeit vor allem auch f\u00fcr K\u00fcnstler*innen. Wie seid ihr pers\u00f6nlich und k\u00fcnstlerisch mit PHAL:ANGST mit den schwierigen letzten zwei, fast drei Covid-19 Jahren umgegangen?<br \/>\nDas war tats\u00e4chlich schwierig f\u00fcr uns als Band. Nicht vorrangig weil wir kaum Gigs spielen konnten, wir spielen ja sowieso nicht \u00fcber die Ma\u00dfen viel live. Aber unser Proberaum ist in der Arena Wien, ein Veranstaltungsort wer\u2018s nicht kennt, und die haben den Laden v\u00f6llig dicht gemacht, Schl\u00fcssel rum, aus. Dh. wir konnten \u00fcber ein Jahr lang kaum oder nur f\u00fcr kurze Phasen wieder mal proben. Hat uns schwer ausgebremst. Urspr\u00fcnglich dachten wir mal an 2021 als Releasejahr f\u00fcr unser f\u00fcnftes Album, haha.<br \/>\nPers\u00f6nlich haben wir wie so viele zuerst zwischen Freude \u00fcber unerwarteten Urlaub und dann aber bald mal folgenden Bore-Out changiert. Zum Gl\u00fcck hatten wir im n\u00e4heren pers\u00f6nlichen Umfeld aber keine tragischen Todesf\u00e4lle und wir waren uns zum Thema als Anh\u00e4nger von Wissenschaft als gegenw\u00e4rtig beste Erkenntnismethode rein grunds\u00e4tzlich auch recht einig. Keine Vertreter des magischen Denkens in unserer Bande, zum Gl\u00fcck.<br \/>\n\u201eWhiteout\u201c f\u00e4hrt ja, mehr als verdient und zurecht, sehr gute Kritiken ein. Wollt ihr uns ein wenig zu der Entstehung des Albums und dem Hintergrund, vor allem auch der eingespielten teils au\u00dfergew\u00f6hnlichen Text-Samplings, erz\u00e4hlen?!<br \/>\nDas Songwriting beginnt bei uns immer direkt nach Abschluss der Aufnahmen f\u00fcr ein aktuelles Album. Aber dann sind wir meist sehr langsam. Wir proben ja auch nur 1x pro Woche ein paar St\u00fcndchen, und nicht mal das total konstant. Dann kommt noch die Komplexit\u00e4t der Musik hinzu und es kann schon mal Monate dauern bis wir einen Song fertig haben. Samples kann grunds\u00e4tzlich jedeR beitragen, kommen aber \u00fcberwiegend von ANGST, unserem Elektroniker, der diesbez\u00fcglich mit st\u00e4ndig gespitzten Ohren durchs Leben geht. Diesmal war eine alte Macbeth Aufnahme dabei, eine Passage aus Carl Zuckmayer\u2019s Autobiographie, in der er sich mit der Machtergreifung der Nazis in Wien besch\u00e4ftigt, ein U-Boot Soldat der aus seinem Tagebuch vorliest, ein altes H\u00f6rspiel von Orson Welles, usw.<br \/>\nWir haben nicht wirklich ein Konzept sondern machen einfach Sound der uns gef\u00e4llt. Dieser ist zum einen inzwischen durchaus schon eine gewisse Trademark, wir entwickeln uns in Nuancen aber trotzdem auch immer wieder weiter. Wenn wir merken es geht in Richtung eines neuen fertigen Albums, versuchen wir der Gesamtheit ein Bild zu verpassen. Also was Themen, Titel, Sound- wie Bild\u00e4sthetik angeht.<br \/>\nDaran anschlie\u00dfend; der PHAL:ANGST Sound ist ja \u00e4u\u00dferst komplex. Wie funktioniert denn innerhalb der Band der Songwriting Prozess?\u00a0<br \/>\nErstaunlich gleichf\u00f6rmig und routiniert. Und langsam. Es kommt so gut wie immer ANGST mit einer elektronischen Basis, das kann oft rudiment\u00e4r oder auch schon v\u00f6llig \u00fcberladen sein. Und dann wird dazu gejammt, in der Regel gitarrendominiert. S\u00e4nger PH ist da oft noch gar nicht dabei. Mit der Zeit kristallisiert sich ein Song heraus, immer wieder passiert dann noch ein Wechselspiel aus Gitarre, Bass und Elektronik, also dass ein Instrument daf\u00fcr sorgt, dass ein anderes ver\u00e4ndert wird oder sogar doch nochmal ganz anders abgebogen. Irgendwann rechtzeitig muss PH in seiner wichtigen Rolle als Geschmackspolizei hinzukommen und daf\u00fcr sorgen, dass uns nichts Uncooles passiert. Als vorletzter Layer kommt dann PH mit Vocals und eventuell auch Metallophon (immer mehr), zus\u00e4tzlicher Elektronik oder gelegentlich auch Mundharmonika dazu. Der letzte Layer sind die Samples, sie sind f\u00fcr uns nicht zwingend bei jedem Lied vorgesehen, aber wir m\u00f6gen das schon recht gern. That\u2019s it, Lied fertig! Im Lauf des Spielens oder sp\u00e4testens wenn\u2018s mit Vorbereitung auf eine neue Albumaufnahme ernst wird, adaptieren und verfeinern wir dann schon noch das eine oder andere, was vorher und sogar zum Teil noch beim Live-Spielen etwas in der Schwebe blieb.<\/p>\n<p>M\u00f6chtet ihr uns was zum Albumtitel und euren Lyrics erz\u00e4hlen?<br \/>\nAlso sehr viel ist bei uns schon Sound\u00e4sthetik und weil unsere Musik so unkonventionell in der Struktur, atmosph\u00e4risch und cinematographisch ist, verzichten wir ganz bewusst auf abgedruckte Texte oder Interpretationsanleitungen. Im Optimalfall evoziert unsere Musik Bilder im Kopf und denen wollen wir mit eigener Deutung keinesfalls im Weg sein. Die Deutung von Kunst entsteht im Kopf des Rezipienten, dort sehe ich ihre Hauptberechtigung. Ich hoffe und denke aber, dass wir stimmig agieren.\u2028<br \/>\nAuf dem Album finden sich auch zwei Remixe von bekannten Gr\u00f6\u00dfen wie LUSTMORD und JARBOE \u2013 wie kam es zu dieser Kooperation?\u00a0<br \/>\nDie zwei sind Helden von uns! So wie am Vorg\u00e4ngeralbum \u201ePhase IV\u201c JUSTIN K. BROADRICK (JESU, GODFLESH, TECHNO ANIMAL,\u00a0NAPALM DEATH, JK FLESH, ZONAL) und D\u00c4LEK. LUSTMORD geh\u00f6rt zur vorderen Riege der Industrial\/Ambient-Entwickler, gleich nach der Generation THROBBING GRISTLE, NURSE WITH WOUND oder SPK. Insbesondere f\u00fcr unseren Elektroniker ANGST stellt er eine Z\u00e4sur in seinem Musikverst\u00e4ndnis und -schaffen dar. Und JARBOE ist als wichtiges Mitglied der SWANS, mit ihren Solosachen und ganz besonders auch mit ihrem sensationellen Kollaborationsalbum mit\u00a0NEUROSIS\u00a0f\u00fcr uns eine Instanz. Wir haben sie angeschrieben und sie haben \u201eja\u201c gesagt. Kann man das fassen?<\/p>\n<p>Mit \u201eWhiteout\u201c ver\u00f6ffentlicht ihr das Album nicht mehr, wie bisher dem DIY-Gedanken geschult, in Eigenregie, sondern arbeitet mit Noise Appeal Records zusammen. Wie kam es dazu?\u00a0<br \/>\nDominik und Michi von Noise Appeal Records sind alte Bekannte von uns aus der Punk\/Hardcore-Szene. Wir teilen also sowieso den gleichen kulturellen Background und das gleiche Verst\u00e4ndnis von Musik-in-die-Welt-bringen, haben also ein sehr \u00e4hnliches Vokabular wenn man so will. Da gibt\u2019s nichts zum Vorgaukeln oder absichtlich \u00fcberh\u00f6ren zwischen uns. Sehr angenehm. Und es ist eben voll super, dass sie sich so wie wir ihren Spirit erhalten aber gleichzeitig musikalisch enorm weiter entwickelt haben. Das ist doch perfekt. Wir haben eh schon \u00f6fters \u00fcber eine Zusammenarbeit kommuniziert, nun hat\u2018s endlich gepasst. Wir haben auch unsere vorigen Releases recht professionell in die Welt gesetzt und uns die Arbeiten daf\u00fcr aufgeteilt, nun hat es sich so angef\u00fchlt, als w\u00e4ren zwei weitere Bandmitglieder dazu gekommen.<\/p>\n<p>Was sind Eure Pl\u00e4ne mit PHAL:ANGST f\u00fcr die nahe Zukunft. \u00a0<br \/>\nWir sind recht zufrieden mit unserem Dasein. Wissen aber auch, dass wir nicht die Zeit f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Weltherrschaftspl\u00e4ne haben und Illusionen h\u00e4ngen wir auch nicht an. Also: Musik machen die uns voll taugt und Freude macht! Songs aust\u00fcfteln, stimmige Alben kreiren (wir sind old school was das Konzept \u201eAlbum\u201c angeht und das passt auch einfach besser zu unserem Schaffen), ver\u00f6ffentlichen, gelegentlich live spielen, immer hohe Qualit\u00e4t anstreben. Alles dar\u00fcber hinaus ist nat\u00fcrlich willkommen, wird aber schon als Bonus betrachtet.\u2028Ach ja, wir werden im Laufe des Jahres noch ein paar weitere Remixes zu \u201eWhiteout\u201c ver\u00f6ffentlichen, diesmal lauter \u00f6sterreichische K\u00fcnstlerInnen die wir sehr sch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr deine Zeit und deine Antworten, hast du eine Nachricht f\u00fcr unsere Leser?<br \/>\nDanke euch! Nein, keine spezielle Nachricht au\u00dfer unsere Alben kaufen, zu unseren Konzerten kommen und kein Arschloch sein, Prost!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>PHAL:ANGST &#8211; Alfred Wihalm Mit ihrem aktuellen Album \u201eWhiteout\u201c sorgen die Wiener*innen von PHAL:ANGST ordentlich und zurecht f\u00fcr Furore. Anlass genug die Band zum Interview zu bitten und Alfred Wihalm stand uns stellvertretend f\u00fcr die \u00fcbrige Truppe Rede und Antwort. 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